Möchtest du in den Urlaub fliegen trotz Nahrungsmittelallergien? – Kein Problem
von Susanne

Bloggerin Marlis von marillescuisine.de verrät uns, wie ein erholsamer Urlaub mit... mehr
"Möchtest du in den Urlaub fliegen trotz Nahrungsmittelallergien? – Kein Problem"

Bloggerin Marlis von marillescuisine.de verrät uns, wie ein erholsamer Urlaub mit Nahrungsmittelallergien / Lebensmittelunverträglichkeiten gelingt.

Möchtest du auch in den Urlaub fliegen und bist dir unsicher, wie du dich vorbereiten kannst oder was du bei der Planung beachten solltest? Überlegst du dir vielleicht, wie du vor Ort zurechtkommst und wie du ohne Beschwerden deinen Urlaub genießen kannst? 

Dann lies dir am besten unser Interview mit Bloggerin Marlis durch und erfahre hier, wie Marlis Ihren Urlaub verbringt.

1. Liebe Marlis - Bitte erzähle uns noch einmal kurz, worum es in deinem Blog geht

In meinem Blog geht es um das Thema Reizdarmsyndrom und wie ich trotz Einschränkungen bei der Auswahl von Lebensmitteln und Speisen nicht auf Geschmack und Genuss verzichte. Ich erzähle euch, wie ich mein Leben nach einem jahrelangen Ärztemarathon sowie der Diagnose von verschiedenen Unverträglichkeiten und Intoleranzen inklusive Reizdarmsyndrom meistere. Ich zeige euch phantasievolle, leckere Gerichte mit selbst kreierten Rezepten und gebe meine Erfahrungen und Infos weiter. Ich möchte meinen Lesern Mut machen, wieder Spaß am Kochen und Backen zu haben und mehr Lebensqualität zu gewinnen.

2. Welche Art Urlaub bevorzugst du? 

Ich bin großer Fan von Appartements und Privatunterkünften bei Airbnb oder Ferienwohnungen. Denn da hat man immer eine Kochmöglichkeit und einen Kühlschrank und das ist mit Unverträglichkeiten wirklich fantastisch. Wenn es mal ein Hotel sein muss, buche ich meistens ohne Verpflegung, denn damit kann ich (gefühlt) nicht so viel anfangen wie ich im Verhältnis dafür zahlen muss. Hier achte ich nach Möglichkeit auf ein Zimmer mit Minibar, um Lebensmittel wie Milch kühlen zu können.

3. Wie bereitest du dich auf deinen Urlaub vor? 

Was ich vor jedem Urlaub mache ist, die wichtigsten Begriffe rund um meine Unverträglichkeiten in die Landessprache zu übersetzen. Damit ich zum Beispiel im Supermarkt geeignete Produkte finden oder im Restaurant was Verträgliches bestellen kann. Außerdem schaue ich mir die Gegend meiner Unterkunft an, checke soweit es geht schon mal die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und informiere mich über die Landesküche. Das hilft mir auch bei der Überlegung, ob und was ich mitnehmen muss oder alles dort bekomme.

4. Nimmst du Lebensmittel mit? Wenn ja welche?

Ja und zwar hauptsächlich für den Anreisetag. Damit erspare ich mir den Stress, auf der Reise und bei der Ankunft etwas suchen zu müssen – vor allem wenn es schon später am Tag ist. Meistens hab’ ich einen Liter Reismilch im Koffer, außerdem Nüsse, Riegel und Reiswaffeln im (Hand-)Gepäck und ein wenig selbstgebackenes Brot. Hier könnt ihr unter anderem auch ausführlich über mein Reise-Fresspaket lesen: http://www.marillescuisine.de/reizend-urlaub-mit-reizdarm-unvertraeglichkeiten-und-co-na-klar/ 

5. Welches Land / Welchen Ort kannst du Menschen mit Nahrungsmittelallergien besonders empfehlen?

Eigentlich bin ich bisher überall in Europa ziemlich gut zurechtgekommen. Die Auswahl ist meistens besser, je größer die Stadt ist – egal in welchem Land ihr seid. Ziemlich gut ist das Angebot in Frankreich und in der Schweiz. Dort findet ihr sogar oft eine größere Auswahl als in Deutschland und Supermärkte zu durchforsten macht großen Spaß. In Spanien hat man auch selten Probleme und bekommt vor allem gute Milchalternativen. 

6. Welche Möglichkeiten bieten Lebensmittelgeschäfte und Restaurants für Allergiker?

Beim Essen gehen gibt es eine fantastische Möglichkeit: Einfach fragen! Im Ernst, sucht euch aus, was ihr am besten vertragen würdet und euch schmeckt und bestellt es so, wie ihr es essen könnt. Geht die Beilage nicht? Bestellt eine andere. Gewürze sind ein No Go? Bittet den Koch, sie wegzulassen. Klappt zu 90% absolut problemlos, wenn ihr nicht gerade Systemgastronomie bevorzugt und frisch gekocht wird. ;) Oft findet man auch Restaurants oder unscheinbare kleine Snackbars, die vegan/vegetarisch anbieten – haltet die Augen offen. Meistens passen die auch sehr gerne euer Gericht nach euren Wünschen an und kennen sich mit Unverträglichkeiten aus.

Lebensmittelgeschäfte sind wie schon gesagt, oft ein wahrer Fundus an verträglichen Produkten. Und habt keine Sorge, wenn ihr nicht in einer Metropole seid, verhungern zu müssen. Sogar in meinem winzigen griechischen Örtchen auf Korfu, gab es im Mini-Supermarkt glutenfreies Brot und Sojamilch, auch wenn die Auswahl natürlich sehr begrenzt war. Außerdem findet ihr auf Wochenmärkten (die es in jeder noch so winzigen Stadt gibt) frisches unbehandeltes und regionales Obst und Gemüse sowie lokale Produkte, die man bedenkenlos essen kann und fantastisch schmecken. 

7. Kannst du uns eine Hotel – Empfehlung geben?

Da ich fast nie in Hotels bin und wenn, dann nicht auf speziell allergiker-freundliche Hotels achte, kann ich da gar keine spezielle Empfehlung geben. Was ich aber sagen kann: Wenn man im Vorfeld anruft, eine Mail schreibt oder vor Ort nachfragt, kann man schon einiges erreichen. Sogar in Pensionen hab’ schon erlebt, dass man extra morgens laktosefreie Milch für mich organisiert hat oder es eine glutenfreie Brotauswahl gab – ohne, dass es irgendwo in der Beschreibung erwähnt wurde. Die Menschen sind oft so unglaublich hilfsbereit, ihr müsst einfach nur nett fragen. Es muss also nicht mal ein 4-Sterne+ Hotel sein, um kulinarisch gut aufgehoben zu sein.

8. Welchen Tipp kannst du unseren Lesern für einen erholsamen und genussreichen Urlaub geben?

Packt euch auch eine kleine Reiseapotheke ein. Die sieht bei jedem natürlich anders aus, aber was ich empfehlen kann sind Tabletten gegen Durchfall und Verstopfung und was Beruhigendes und Krampflösendes für den Magen, wie Buscopan oder Heilerde. Ich kann aber tatsächlich nicht sagen, wann ich auf Reisen das letzte Mal was nehmen musste.

Noch ein, vielleicht am Anfang etwas ungewohnter, Tipp ist: Versucht (erstmal) alleine zu verreisen, so könnt ihr euch ganz auf euch selbst konzentrieren, testen was euch guttut und was nicht und euer eigenes Tempo machen und schauen, wie ihr schwierige Momente am besten meistert. Das hilft später auch, wenn ihr (wieder) mit anderen verreist. Ich hab’ so auch das Alleinreisen für mich entdeckt und will es nicht mehr missen! Das würde ich jederzeit einem Urlaub mit Begleitung vorziehen.

Ein weiterer Tipp ist Akzeptanz. Euch geht’s mal nicht gut? Verfallt nicht in Panik! Versucht ruhig zu bleiben und es hinzunehmen und auszusitzen. So beruhigt sich der Körper erfahrungsgemäß viel schneller, als wenn ihr jetzt durchdreht. Das verursacht nämlich zusätzlichen Stress, schlägt euch auf Magen und Körper und schon geht die Abwärtsspirale los. 

Und zu guter Letzt: Macht euch nicht zu viele Gedanken! Zum einen verursacht das unnötigen Stress, was wiederrum auf euren Magen schlagen kann und zum anderen hab’ ich noch nie nichts zu essen gefunden und das wird euch auch nicht passieren. Und wählt euer Urlaubsziel nicht nach der Landesküche aus. Ich meine zum Beispiel, reist nicht deshalb nicht nach Griechenland oder sonst wo hin, weil ihr Angst habt ihr findet dort nichts zu essen – das werdet ihr nämlich. Auch dort gibt es Menschen mit Unverträglichkeiten und die leben auch. Im schlimmsten Fall seid ihr etwas eingeschränkt, was die Auswahl betrifft. Aber mal ganz ehrlich: Ich reise nicht in fremde Länder, weil ich dort hauptsächlich essen will – sondern um das Land zu bereisen und Urlaub zu machen. Und wenn ich an ein bestimmtes Ziel möchte, dann kann ich mich auch mal ein paar Tage kulinarisch adaptieren ;) Genießt euren Urlaub!

Vielen Dank liebe Marlis für das tolle Interview und die vielen Tipps. Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg bei deinem Blog marillescuisine.de

 

 


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